Die Universität Paderborn verkörpert und lebt mit einer bewussten Konzentration der Kräfte im Kanon ihrer Fächer und Disziplinen die Idee einer modernen Profiluniversität.

Die Universität Paderborn orientiert sich hierbei an der Leitidee der "Universität der Informationsgesellschaft". Wir formulieren die Gesamtkonzeption der Universität der Informationsgesellschaft als einen Anspruch, der auf der Informatik und deren Symbiosepotenzialen basiert, der auch zugleich und gleichwertig auf den komplementären Potenzialen der anderen Paderborner Wissenschaftsbereiche beruht.

Unter dem Leitbild der Universität der Informationsgesellschaft steht die Universität Paderborn gleichermaßen für zeitgemäße Bildung und innovative Forschung. Dieses Profil eröffnet Potenziale der Vernetzung von Information, Kommunikation, Kultur und Technik - und begründet eine Innovationskraft, die schon jetzt als vorbildlich gelten kann und die es zukünftig weiter auszubauen gilt.

Die Universität bündelt ihre Aktivitäten auf all jenen Gebieten, die für die Fortentwicklung der Informationsgesellschaft von zentraler Bedeutung sind. Die Verbindung von Informatik und Ingenieurwissenschaften trägt dabei entscheidend zur herausragenden Stärke der Universität Paderborn bei. In enger Vernetzung dazu liefern die Erkenntnisse der Naturwissenschaften zum Fortschritt im Grundlagenwissen im Verbund mit technologischen Entwicklungen und Anwendungen eine unverzichtbare Basis zur Gestaltung einer modernen Informationsgesellschaft. Die ingenieurwissenschaftlichen Verwertungen von Informationstechnologien mit konkreter Wertschöpfung etwa im Maschinenbau und in der Elektrotechnik und das Wirtschaften in der Informationsgesellschaft begleitet durch ein Management des Wandels sind weitere unverzichtbare Eckpunkte des Gesamtsystems. Im interdisziplinären Kontext gesellschaftlicher Prozesse geht es aber ganz zentral auch um kulturelle und ökonomische Veränderungen in der Informations- und Wissensgesellschaft. Diese werden als kultur- und auch wirtschaftswissenschaftliche Fragestellungen aufgegriffen und leiten zu Bildungsfragen über, die auch in der Lehrerbildung und Berufsbildung thematisiert werden, bis hin zu den elementar notwendigen kompensatorischen und zugleich systemkritischen Aufgaben der Kulturwissenschaften in einer technologisch strukturierten Welt.

Fakultäten und Institute

Die Fakultäten gliedern sich in fächer- oder fachgruppenbezogene Institute oder Departments.

I Fakultät für Kulturwissenschaften

Institut für Anglistik und Amerikanistik, Erziehungswissenschaftliches Institut, Institut für Evangelische Theologie, Institut für Germanistik und Vergleichende Literaturwissenschaft, Historisches Institut, Institut für Humanwissenschaften, Institut für Katholische Theologie, Institut für Kunst, Musik, Textil, Institut für Medienwissenschaft, Institut für Romanistik

II Fakultät für Wirtschaftswissenschaften

Department 1: Management, Department 2: Taxation, Accounting and Finance, Department 3: Wirtschaftsinformatik, Department 4: Economics, Department 5: Wirtschaftspädagogik, Department 6: Spezielle Wiwi: Recht und Sprachen

III Fakultät für Naturwissenschaften

Department Physik, Department Chemie, Department Sport und Gesundheit

IV Fakultät für Maschinenbau

Institut für Mechatronik und Konstruktionstechnik, Institut für Prozess- und Werkstofftechnik, Institut für Energie- und Verfahrenstechnik, Institut für Kunststofftechnik

V Fakultät für Elektrotechnik, Informatik und Mathematik

Institut für Elektrotechnik und Informationstechnik, Institut für Informatik, Institut für Mathematik

Die fachliche Struktur der Universität ist auf dieses Profil hin ausgerichtet und spiegelt sich in den fünf Fakultäten wider.

Interdisziplinäre Brücken werden durch mehrere fakultätsübergreifende Institute geschaffen. Besondere Bedeutung hat das Heinz-Nixdorf-Institut, das die Forschungsfelder der Universität zusammenführt und mit diesem Konzept herausragende Forschungserfolge erreicht hat. Wichtige weitere Instituts-Beispiele sind das Paderborner Zentrum für Parallel-Computing, das Paderborner Institut für Scientific Computation, das Institut zur Interdisziplinären Erforschung des Mittelalters und seines Nachwirkens sowie das Paderborner Lehrerausbildungszentrum. Die Fraunhofer-Gesellschaft ist mit einer Projektgruppe auf dem Gebiet Zuverlässigkeit und Mikrointegration sowie mit einem Anwendungszentrum für logistikorientierte Betriebswirtschaft in Paderborn vertreten.

Studium und Lehre

Zu den herausragenden Anliegen der Universität Paderborn gehört es, die Qualität der Ausbildung, der Fort- und Weiterbildung und die Betreuung der Studierenden und damit den Lehrerfolg weiter zu verbessern. Diesem Ziel dienen auch die Einführung international anerkannter gestufter Studiengänge (Bachelor/Master) mit stärkerer Praxisorientie­rung und intensiverer Betreuung der Studierenden, die nachhaltige Verbesserung des Studienerfolgs (Verringerung der "drop-out"-Quoten) durch zeitgemäße Tutoren- und Mentorenprogramme und auch durch aktives Einbinden fortgeschrittener Studieren­ der speziell in die Curricula des Basisstudiums, die Förderung und Vorbereitung des beruflichen Einstiegs der Absolventinnen und Absolventen sowie die Alumnibetreuung.

Die Universität bietet in allen fünf Fakultäten ein attraktives Studienangebot. Ein ebenso attrak­tives Angebot besteht in den weiterführenden wissenschaftlichen Ausbildungsmöglichkeiten, um auch hier Spitzenleute auszubilden. Aufgrund der historischen Entwicklung der Universität Paderborn ist bis auf weiteres der unmittelbare Zugang zum Universitätsstudium in vielen Fächern mit Fachhoch­schulreife möglich. Informationen zu den einzelnen Studienmöglichkeiten stehen unter zur Verfügung.

An der Universität Paderborn spielt die Lehrerausbildung für den allgemeinbildenden und den berufsbildenden Bereich eine wichtige Rolle. Das Konzept der "Lehrerausbil­dung von Anfang an" hat sich als Erfolgsmodell erwiesen, das mit Unterstützung des Zentrums für Bildungsforschung und Lehrerbildung ständig weiterentwickelt und verbessert wird.

Forschung

Die Forschung ist in großem Umfang interdisziplinär angelegt und auf Spitzenleistungen ausgerichtet, die in vielen Feldern zu sichtbaren Forschungseinrichtungen geführt haben. Zwei Sonderforschungsbereiche, mehrere Forschergruppen und drei Graduiertenkollegs der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Leibniz-Preise, eine International Graduate School des Landes Nordrhein-Westfalen, ein hohes und weiterhin wachsendes Drittmittelaufkommen sowie Spitzenplätze in den Forschungsrankings, z. B. in der Informatik und im Maschinenbau belegen dies.

Gleichzeitig spielen enge Kontakte mit der Praxis eine wichtige Rolle. Gemeinsam von Wirtschaftsunternehmen und Universität getragene Forschungseinrichtungen gelten als "best-practice"-Beispiele. Große Forschungsvorhaben wie die Neue Bahntechnik Paderborn mit dem RailCab verbinden grundlagenorientierte Forschung mit engen Kooperationen mit der Wirtschaft. Kompetenzzentren wie das Zentrum "Fügbarkeit innovativer Werkstoffe" führten Wissenschaftler und Praktiker aus der ganzen Welt nach Paderborn. Seit Herbst 2008 ist das Direct Manufacturing Research Center (DMRC), welches von namhaften Firmen wie Boeing und Evonik Industries unterstützt wird, an der Fakultät für Maschinenbau ansässig.

Internationalität

Fast 1.500 ausländische Studierende (einschließlich Austauschstudierende) geben der Universität Paderborn ein internationales Flair. Die meisten dieser Studierenden kommen aus eu¬ropäischen Nachbarländern, aus Afrika und Asien.

Aus meist langjährigen Forschungskooperationen mit Universitäten in aller Welt sind viele Austauschprogramme für Studierende erwachsen. Derzeit verbringen jährlich mindestens 200 Paderborner Studierende ein oder zwei Semester an einer der rund 100 Partnerhochschulen. Ebenso viele ausländische Studierende kommen jedes Jahr nach Paderborn. Die ältesten Kooperationen bestehen mit der Universität Le Mans, der Nottingham Trent University und der Universidad Alcalá he Henares, Madrid. Mittlerweile unterhält die Hochschule Kooperationsbeziehungen in praktisch allen europäischen Ländern, in Nordamerika, in einigen südamerikanischen Ländern, in Asien und in Australien sowie in Neuseeland.

Grundlage für alle internationalen Kooperationen ist der Kontakt der Forscherinnen und Forscher innerhalb der internationalen Science Community. Die Universität fördert Forschungsaufenthalte ausländischer Forscher in Paderborn und bietet hierfür mit dem Jenny-Aloni-Gästehaus die geeigneten infrastrukturellen Voraussetzungen. Eine Zusammenarbeit von besonderer Bedeutung ist die Chinesisch-Deutsche Technische Fakultät Qingdao, die gemeinsam von der Universität Paderborn und der Qingdao University of Science and Technology betrieben wird.

Kooperationen

Die Universität Paderborn arbeitet weltweit mit Hochschulen und Wirtschaftsunternehmen zusammen. Sie ist mit rund 14 000 Studierenden die weitaus größte und wichtigste Hochschule in der Universitätsstadt Paderborn, ein bedeutender Faktor in der deutschen Wissenschaft und Impulsgeber für die gesellschaftliche, kulturelle und insbesondere die wirtschaftliche Entwicklung in der Region. Besonders intensive Kooperationen bestehen daher in der Stadt und in der Region. Die Kooperationsvereinbarung mit der Theologischen Fakultät Paderborn sieht die gegenseitige Anerkennung von Studienleistungen, die gegenseitige Vertretung in der Lehre, die Zusammenarbeit in der Forschung und die wechselseitige Benutzung der wissenschaftlichen Einrichtungen vor. Eine enge Zusammenarbeit besteht auch zwischen der Universität Paderborn und der Hochschule für Musik in Detmold. Die Fürstliche Bibliothek in Corvey stellt eine wichtige Brücke der Universität nach Höxter dar. Mit den anderen Paderborner Hochschulen pflegt die Universität ein freundschaftlich-nachbarschaftliches Verhältnis.

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